Gärtner/in · Übungsfall zur Ausbildung
Aussaatmenge aus Keimquote und Pflanzenreserve planen
Elif plant die Aussaat für eine Zielmenge Jungpflanzen mit zusätzlicher Pflanzenreserve und nutzt dafür einen dokumentierten Keimversuch derselben Saatgutcharge, dessen Quote nur als Planannahme übernommen wird. Du rechnest in vier Aufgaben mit Keimdiagramm und Lösungen rückwärts zur Samenmenge und unterscheidest Versuchsergebnis, Erwartung und tatsächliche Beobachtung bei der neuen Aussaat.
Vier eigene Aufgaben · etwa 20 Minuten · Lösungen direkt aufklappen
Dein Fall: Aussaatplanung und Versuchsauswertung
Elif Kramer benötigt für einen Kulturauftrag 240 später verwendbare Jungpflanzen. Für die Planung sollen zusätzlich 10 % auf diese Zielzahl als Reserve entstehen. Der dokumentierte Keimversuch derselben Saatgutcharge ergab 80 gekeimte Samen bei 100 ausgesäten Samen. Für die vereinfachte Rechnung wird nur diese Keimquote übernommen; weitere Ausfälle nach der Keimung werden nicht angesetzt. Die Keimquote ist ein Versuchswert, keine Garantie für jeden neuen Samen.
Eigene, vereinfachte Falldaten von Karriere-Route. Die Werte sind keine allgemeinen Normen, Herstellerangaben oder echten Patientendaten.
Arbeitsanlage
Keimversuch der Saatgutcharge
Ergebnis bei 100 ausgesäten Samen (Samen) · Skala ab 0
- Gekeimt
- 80 Samen
- Nicht gekeimt
- 20 Samen
Datenwerte anzeigen
| Kategorie | Wert (Samen) |
|---|---|
| Gekeimt | 80 |
| Nicht gekeimt | 20 |
Vier Aufgaben zum Fall
Notiere zunächst deine eigene Antwort. Vergleiche danach deinen Weg mit der Lösung und den genannten Kriterien.
Aufgabe 1 · Entscheidung begründen
Wie verwendet Elif den Versuchswert für die Aussaatplanung?
- Die 20 nicht gekeimten Samen zur gewünschten Pflanzenzahl hinzufügen, unabhängig von der Aussaatmenge.
- Aus dem Versuch auf eine unbegrenzt gültige Keimquote jedes Saatguts schließen.
- 80 % als begründete Planannahme mit Nachkontrolle, nicht als sichere Einzelgarantie.
- Jeder fünfte Samen keimt unter allen Bedingungen sicher nicht.
Lösung und Begründung ansehen
Richtige Auswahl: 80 % als begründete Planannahme mit Nachkontrolle, nicht als sichere Einzelgarantie.
- 1. Die 20 nicht gekeimten Samen zur gewünschten Pflanzenzahl hinzufügen, unabhängig von der Aussaatmenge.
Die ursprüngliche Versuchsmenge lässt sich nicht beliebig übertragen. - 2. Aus dem Versuch auf eine unbegrenzt gültige Keimquote jedes Saatguts schließen.
Charge und Keimbedingungen sind Teil des Kontexts. - 3. 80 % als begründete Planannahme mit Nachkontrolle, nicht als sichere Einzelgarantie.
Der Versuch liefert eine beobachtete Quote dieser Charge unter seinen Bedingungen. - 4. Jeder fünfte Samen keimt unter allen Bedingungen sicher nicht.
Die Quote beschreibt keine feste Reihenfolge einzelner Samen.
Der Versuch liefert eine beobachtete Quote dieser Charge unter seinen Bedingungen.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten
Aufgabe 2 · Rechnen und Bezugsgrößen prüfen
Wie viele Samen sind bei der angenommenen Keimquote für 240 Pflanzen zuzüglich 10 % Pflanzenreserve auszusäen?
Rechne mit den vorgegebenen Fallwerten und gib dein Ergebnis in Samen an.
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Ergebnis: 330 Samen
- Ziel mit Reserve: 240 × 1,10 = 264 Pflanzen.
- 264 ÷ 0,80 = 330 Samen.
Die erwarteten 264 Keimlinge sind eine Rechnung unter der Fallannahme; tatsächliche Ergebnisse müssen kontrolliert werden.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Ansatz und Bezugsgröße nachvollziehbar
- Ergebnis mit passender Einheit
Aufgabe 3 · Grafik oder Tabelle auswerten
Elif plant mit der beobachteten Keimquote und sät 330 Samen aus. Welche rechnerische Erwartung passt dazu, ohne das Versuchsergebnis als Garantie auszugeben?
- 330 Keimlinge; die Reserve deckt jede nicht gekeimte Saat ab.
- 240 Keimlinge; die übrigen 90 Samen bilden die Reserve.
- 264 Keimlinge; das sind 24 mehr als die Zielzahl von 240.
- 264 Keimlinge; damit ist jedes spätere Kulturrisiko ausgeschlossen.
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Richtige Auswahl: 264 Keimlinge; das sind 24 mehr als die Zielzahl von 240.
- 1. 330 Keimlinge; die Reserve deckt jede nicht gekeimte Saat ab.
Die angenommenen 80 Prozent müssen auch auf die neue Aussaat angewendet werden. Nicht jeder ausgesäte Samen wird als Keimling eingeplant. - 2. 240 Keimlinge; die übrigen 90 Samen bilden die Reserve.
330 mal 0,80 ergeben 264, nicht 240. Die Pflanzenreserve wird auf die Zielzahl bezogen. - 3. 264 Keimlinge; das sind 24 mehr als die Zielzahl von 240.
Unter der Planannahme ergeben 330 mal 0,80 genau 264 Keimlinge. Der Mehrbedarf beträgt 24, also zehn Prozent von 240. - 4. 264 Keimlinge; damit ist jedes spätere Kulturrisiko ausgeschlossen.
Die Rechnung ist eine Erwartung auf Grundlage des Versuchs. Weitere Kulturrisiken und tatsächliche Abweichungen sind damit nicht ausgeschlossen.
Aus dem Versuch wird für die vereinfachte Planung eine Quote von 80 Prozent übernommen. Bei 330 ausgesäten Samen werden deshalb rechnerisch 264 Keimlinge erwartet. Die Differenz zur Zielzahl von 240 beträgt 24 Pflanzen und entspricht der gewünschten zehnprozentigen Pflanzenreserve. Das tatsächliche Keimergebnis bleibt zu kontrollieren; eine Garantie folgt aus der Rechnung nicht.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten
Aufgabe 4 · Auf den Arbeitsalltag übertragen
Bei der neuen Aussaat keimen weniger Samen als geplant. Beschreibe Elifs Dokumentation und den anschließenden Vergleich mit dem Keimversuch. Welche Aussage zur Ursache kann sie aus der niedrigeren Quote allein noch nicht treffen?
Formuliere deine Antwort mit Bezug auf den Fall.
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Mögliche Antwort: Elif hält die Saatgutcharge, die tatsächlich ausgesäte und die bis zum festgehaltenen Beobachtungszeitpunkt gekeimte Menge sowie die tatsächlichen Keimbedingungen fest. Aus diesen Mengen berechnet sie die beobachtete Quote und vergleicht sie mit den 80 von 100 Samen des ursprünglichen Versuchs. Sie prüft dabei auch, ob Bedingungen und Beobachtungszeiträume vergleichbar sind. Die niedrigere Quote wird zunächst als Abweichung dokumentiert, nicht etwa ohne weitere Prüfung als bewiesener Saatgutfehler. Mit den zuständigen Personen bewertet sie anschließend, was das Ergebnis für die weitere Aussaat- und Kulturplanung bedeutet. Fehlende Ist-Mengen werden weder aus der Zielzahl noch aus der erwarteten Reserve ergänzt.
Die ursprüngliche Planung erwartet bei 330 Samen und 80 % Keimung 264 Keimlinge, also 24 Pflanzen Reserve über der Zielzahl von 240. Der Fall nennt aber keine Ist-Zahl der neuen Keimlinge und keine nachgewiesene Ursache für die Abweichung. Deshalb sind eine konkrete neue Quote und ein bestimmter Fehlergrund noch nicht berechenbar beziehungsweise belegt. Eine brauchbare Dokumentation sammelt die tatsächlichen Mengen, die Charge und vergleichbare Bedingungen, bevor die Planung überprüft wird.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Charge, Mengen und Bedingungen dokumentiert
- Abweichung von Ursache getrennt und Planung überprüft
Einordnung und Kompetenzrahmen
Diese eigenen Aufgaben greifen ausgewählte berufliche Kompetenzen auf. Sie sind keine amtlichen Prüfungsaufgaben und bilden keine vollständige Prüfung ab. Die folgenden Verweise dienen der fachlichen Einordnung; beachte deinen konkreten Ausbildungsgang und Jahrgang.