Pflegefachmann/-frau · Übungsfall zur Ausbildung
Dokumentierte Ein- und Ausfuhr für einen Dienstabschnitt bilanzieren
Samira vervollständigt eine angeordnete Flüssigkeitsbilanz für einen begrenzten Dienstabschnitt, in dem nur bestimmte Ein- und Ausfuhrmengen erfasst wurden und weder weitere Verluste noch ein individuelles Ziel vorliegen. Vier Aufgaben mit Dokumentationstabelle und Lösungen helfen dir beim Zuordnen und Rechnen sowie bei einer Übergabe, die Umfang und Grenzen der ermittelten Differenz klar benennt.
Vier eigene Aufgaben · etwa 20 Minuten · Lösungen direkt aufklappen
Dein Fall: Flüssigkeitsdokumentation und Aussagegrenzen
Samira Otto vervollständigt für einen klar abgegrenzten Dienstabschnitt eine bereits angeordnete Flüssigkeitsbilanz. Dokumentiert sind 1.200 ml tatsächlich getrunkene Flüssigkeit und 450 ml tatsächlich zugeführte Infusion. Als erfasste Ausfuhr stehen 1.100 ml Urin und 100 ml aus einer Drainage fest. Andere Flüssigkeitsverluste wurden in dieser vereinfachten Dokumentation nicht gemessen. Die Aufgabe enthält weder eine individuelle Zielbilanz noch eine Erlaubnis, die Therapie selbst zu ändern.
Eigene, vereinfachte Falldaten von Karriere-Route. Die Werte sind keine allgemeinen Normen, Herstellerangaben oder echten Patientendaten.
Arbeitsanlage
Dokumentierter Dienstabschnitt
| Erfasste Größe | Menge |
|---|---|
| Getrunken | 1.200 ml |
| Infusion zugeführt | 450 ml |
| Urin | 1.100 ml |
| Drainage | 100 ml |
Vier Aufgaben zum Fall
Notiere zunächst deine eigene Antwort. Vergleiche danach deinen Weg mit der Lösung und den genannten Kriterien.
Aufgabe 1 · Entscheidung begründen
Welche Aussage kann Samira aus den Angaben ableiten?
- Jede positive Differenz verlangt automatisch eine weitere Infusion.
- Die Tabelle erfasst sicher alle körperlichen Flüssigkeitsverluste.
- Die Bilanz beweist allein eine bestimmte Diagnose.
- Die dokumentierte Differenz ist positiv; ob das klinisch erwünscht ist, ist damit nicht entschieden.
Lösung und Begründung ansehen
Richtige Auswahl: Die dokumentierte Differenz ist positiv; ob das klinisch erwünscht ist, ist damit nicht entschieden.
- 1. Jede positive Differenz verlangt automatisch eine weitere Infusion.
Eine Therapieentscheidung ist im Fall nicht vorgegeben. - 2. Die Tabelle erfasst sicher alle körperlichen Flüssigkeitsverluste.
Nicht gemessene Verluste sind ausdrücklich nicht vollständig enthalten. - 3. Die Bilanz beweist allein eine bestimmte Diagnose.
Eine Diagnose folgt nicht allein aus dieser Zahl. - 4. Die dokumentierte Differenz ist positiv; ob das klinisch erwünscht ist, ist damit nicht entschieden.
Die Rechnung ist ein dokumentierter Teilbefund und braucht klinischen Kontext.
Die Rechnung ist ein dokumentierter Teilbefund und braucht klinischen Kontext.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten
Aufgabe 2 · Rechnen und Bezugsgrößen prüfen
Wie groß ist Einfuhr minus erfasste Ausfuhr für diesen Abschnitt?
Rechne mit den vorgegebenen Fallwerten und gib dein Ergebnis in ml an.
Lösung und Begründung ansehen
Ergebnis: 450 ml
- Einfuhr: 1.200 + 450 = 1.650 ml.
- Erfasste Ausfuhr: 1.100 + 100 = 1.200 ml.
- 1.650 − 1.200 = +450 ml.
Die positive Dokumentationsdifferenz von 450 ml ist keine vollständige körperliche Wasserbilanz und keine Therapieanordnung.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Ansatz und Bezugsgröße nachvollziehbar
- Ergebnis mit passender Einheit
Aufgabe 3 · Grafik oder Tabelle auswerten
Welche Summen trägt Samira für den dokumentierten Dienstabschnitt auf der Einfuhr- und Ausfuhrseite ein?
- Einfuhr 1.650 ml und Ausfuhr 1.200 ml.
- Einfuhr 1.200 ml und Ausfuhr 1.200 ml.
- Einfuhr 450 ml und Ausfuhr 1.100 ml.
- Einfuhr 1.200 ml und Ausfuhr 1.650 ml.
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Richtige Auswahl: Einfuhr 1.650 ml und Ausfuhr 1.200 ml.
- 1. Einfuhr 1.650 ml und Ausfuhr 1.200 ml.
Getrunken 1.200 ml plus zugeführte Infusion 450 ml ergeben 1.650 ml Einfuhr. Urin 1.100 ml plus Drainage 100 ml ergeben 1.200 ml Ausfuhr. - 2. Einfuhr 1.200 ml und Ausfuhr 1.200 ml.
Die tatsächlich zugeführten 450 ml Infusion gehören ebenfalls zur dokumentierten Einfuhr. - 3. Einfuhr 450 ml und Ausfuhr 1.100 ml.
Die getrunkenen 1.200 ml und die erfassten 100 ml Drainage sind Teil derselben Übersicht und dürfen nicht ausgelassen werden. - 4. Einfuhr 1.200 ml und Ausfuhr 1.650 ml.
Die Zuordnung folgt der Richtung des Flüssigkeitsflusses. Getränk und Infusion sind Einfuhr, Urin und Drainage Ausfuhr.
Für den abgegrenzten Abschnitt werden alle vier tatsächlich erfassten Mengen zugeordnet: 1.650 ml Einfuhr und 1.200 ml Ausfuhr. Die daraus folgende dokumentierte Differenz beträgt +450 ml. Nicht gemessene Verluste sind damit nicht vollständig erfasst; eine klinische Bewertung oder Therapieänderung folgt aus dieser Rechenaufgabe nicht.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten
Aufgabe 4 · Auf den Arbeitsalltag übertragen
Samira übergibt die Flüssigkeitsdokumentation an die nächste Pflegefachperson. Formuliere eine Übergabe mit den erfassten Teilmengen, dem Ergebnis für den Dienstabschnitt und den Grenzen seiner Aussage.
Formuliere deine Antwort mit Bezug auf den Fall.
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Mögliche Antwort: „Für den abgegrenzten Dienstabschnitt sind 1.200 ml getrunkene Flüssigkeit und 450 ml tatsächlich zugeführte Infusion dokumentiert, zusammen 1.650 ml Einfuhr. Erfasst wurden 1.100 ml Urin und 100 ml Drainage, zusammen 1.200 ml Ausfuhr. Die dokumentierte Differenz beträgt damit +450 ml. Weitere Verluste wurden in dieser Übersicht nicht gemessen; eine individuelle Zielbilanz ist hier nicht angegeben.“ Samira übergibt zusätzlich tatsächlich vorliegende relevante Beobachtungen entsprechend dem bestehenden Pflege- und Behandlungsplan. Aus der positiven Differenz allein leitet sie weder eine Diagnose noch eine eigenständige Änderung der Infusion ab.
Die Übergabe braucht den Zeitbezug und die tatsächlich erfassten Einzelmengen, damit die nächste Fachperson die Summen prüfen kann. +450 ml bedeutet in dieser Dokumentation Einfuhr minus erfasste Ausfuhr. Es ist keine vollständig gemessene körperliche Wasserbilanz. Ohne individuellen Zielwert und klinischen Zusammenhang steht auch nicht fest, ob diese Differenz erwünscht ist. Zusätzliche Beobachtungen dürfen nur berichtet werden, wenn sie tatsächlich vorliegen; die Aufgabe gibt keine Symptome vor.
Worauf du bei deiner Antwort achtest
- Zeitbezug und dokumentierte Teilmengen
- Messgrenzen, fehlendes Ziel und keine Therapieableitung
Einordnung und Kompetenzrahmen
Diese eigenen Aufgaben greifen ausgewählte berufliche Kompetenzen auf. Sie sind keine amtlichen Prüfungsaufgaben und bilden keine vollständige Prüfung ab. Die folgenden Verweise dienen der fachlichen Einordnung; beachte deinen konkreten Ausbildungsgang und Jahrgang.