Tischler/in · Übungsfall zur Ausbildung

Furnierzuschnitt mit durchgehendem Faserverlauf planen

Mira benötigt drei Frontstücke aus einem Furnierblatt und muss neben den Stückbreiten auch die drei ausdrücklich vorgegebenen Trennschnitte berücksichtigen, damit die Restbreite stimmt. Vier Aufgaben mit Maßtabelle und Lösungen verbinden die Mengenrechnung mit der Kundenanforderung an ein zusammenhängendes Faserbild sowie einer eindeutigen Kennzeichnung und Kontrolle vor der weiteren Bearbeitung.

Vier eigene Aufgaben · etwa 20 Minuten · Lösungen direkt aufklappen

Dein Fall: Oberflächenbild und Verschnitt

Mira Sommer fertigt sichtbare Fronten für eine Empfangstheke. Die Kundin hat einen durchgehenden Faserverlauf über drei benachbarte Fronten freigegeben. Für jede Front wird ein 600 mm breites Furnierstück benötigt. Aus dem vorhandenen Blatt mit 2.000 mm nutzbarer Breite sollen drei solche Stücke gewonnen werden; für die drei Trennschnitte einschließlich der Abtrennung vom Rest sind jeweils 4 mm anzusetzen. Andere Zugaben sind bereits in der nutzbaren Breite berücksichtigt.

Eigene, vereinfachte Falldaten von Karriere-Route. Die Werte sind keine allgemeinen Normen, Herstellerangaben oder echten Patientendaten.

Arbeitsanlage

Furnierzuschnitt für drei Fronten

Furnierzuschnitt für drei Fronten
AngabeFallwert
Nutzbare Breite2.000 mm
Drei Stückeje 600 mm
Drei Trennschnitteje 4 mm
SichtanforderungFaserverlauf durchgehend
Eigene Falldaten von Karriere-Route; keine Hersteller-, Norm- oder echten Patientendaten.

Vier Aufgaben zum Fall

Notiere zunächst deine eigene Antwort. Vergleiche danach deinen Weg mit der Lösung und den genannten Kriterien.

Aufgabe 1 · Entscheidung begründen

Worauf achtet Mira vor der Zuschnittfreigabe besonders?

  1. Den Faserverlauf erst nach dem Verleimen ohne Dokumentation festlegen.
  2. Die Kundenvorgabe durch einen höheren Materialzuschlag ersetzen.
  3. Die drei Frontstücke beliebig drehen, solange ihre Breite stimmt.
  4. Reihenfolge und Orientierung der Stücke markieren, damit das freigegebene Faserbild erhalten bleibt.
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Richtige Auswahl: Reihenfolge und Orientierung der Stücke markieren, damit das freigegebene Faserbild erhalten bleibt.

  • 1. Den Faserverlauf erst nach dem Verleimen ohne Dokumentation festlegen.
    Nach dem Verleimen ist die geplante Zuordnung nicht beliebig korrigierbar.
  • 2. Die Kundenvorgabe durch einen höheren Materialzuschlag ersetzen.
    Mehr Material ersetzt die gestalterische Anforderung nicht.
  • 3. Die drei Frontstücke beliebig drehen, solange ihre Breite stimmt.
    Drehen kann das verlangte zusammenhängende Bild zerstören.
  • 4. Reihenfolge und Orientierung der Stücke markieren, damit das freigegebene Faserbild erhalten bleibt.
    Maße allein sichern den Faserverlauf nicht; Lage und Reihenfolge müssen zugeordnet bleiben.

Maße allein sichern den Faserverlauf nicht; Lage und Reihenfolge müssen zugeordnet bleiben.

Worauf du bei deiner Antwort achtest

  • Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten

Aufgabe 2 · Rechnen und Bezugsgrößen prüfen

Wie viele Millimeter Restbreite bleiben nach drei Frontstücken und drei Trennschnitten?

Rechne mit den vorgegebenen Fallwerten und gib dein Ergebnis in mm an.

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Ergebnis: 188 mm

  1. Drei Frontstücke: 3 × 600 = 1.800 mm.
  2. Drei Schnitte einschließlich der Trennung vom Rest: 3 × 4 = 12 mm.
  3. 2.000 − 1.800 − 12 = 188 mm.

188 mm ist der rechnerische Rest unter den ausdrücklich vorgegebenen Schnittannahmen.

Worauf du bei deiner Antwort achtest

  • Ansatz und Bezugsgröße nachvollziehbar
  • Ergebnis mit passender Einheit

Aufgabe 3 · Grafik oder Tabelle auswerten

Welche nutzbare Restbreite bleibt nach den drei ausdrücklich vorgesehenen Trennschnitten?

  1. 192 mm.
  2. 196 mm.
  3. 200 mm.
  4. 188 mm.
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Richtige Auswahl: 188 mm.

  • 1. 192 mm.
    2.000 − 3 × 600 − 2 × 4 = 192 mm. Dabei fehlt der dritte Schnitt, der das letzte Frontstück vom Rest trennt.
  • 2. 196 mm.
    2.000 − 1.800 − 4 = 196 mm berücksichtigt nur einen Schnitt. Im Fall sind drei Schnitte mit jeweils 4 mm vorgegeben.
  • 3. 200 mm.
    2.000 − 1.800 = 200 mm lässt die gesamte Schnittbreite außer Acht.
  • 4. 188 mm.
    2.000 − 3 × 600 − 3 × 4 = 188 mm. Weitere Zugaben sind laut Fall bereits in der nutzbaren Ausgangsbreite berücksichtigt.

Die drei Frontstücke benötigen zusammen 1.800 mm. Hinzu kommen 12 mm für die drei Trennschnitte. Von den 2.000 mm nutzbarer Breite bleiben deshalb 188 mm. Der dritte Schnitt ist nötig, um das letzte Frontstück vom verbleibenden Blatt zu trennen.

Worauf du bei deiner Antwort achtest

  • Fachlich passende Auswahl aus den konkreten Falldaten

Aufgabe 4 · Auf den Arbeitsalltag übertragen

Die drei Frontstücke sind zugeschnitten. Beschreibe, wie Mira sie kennzeichnet und kontrolliert, damit Reihenfolge, Orientierung und Faserverlauf bei der Montage stimmen.

Formuliere deine Antwort mit Bezug auf den Fall.

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Mögliche Antwort: Mira ordnet die Stücke eindeutig der linken, mittleren und rechten Front zu und hält auch ihre jeweilige Orientierung fest. Sie nutzt dafür eine geeignete Kennzeichnung auf der später nicht sichtbaren Seite oder eine geeignete temporäre Markierung. Anschließend legt sie alle drei Stücke gemeinsam in der vorgesehenen Reihenfolge und Richtung aus. Sie vergleicht das Gesamtbild mit der freigegebenen Ansicht und prüft, ob der Faserverlauf über die benachbarten Fronten zusammenpasst. Die Zuordnung bleibt während der Weiterbearbeitung und Montage nachvollziehbar; allein die passende Breite jedes Einzelteils genügt dafür nicht.

Bewertet werden die eindeutige Zuordnung und Orientierung sowie die gemeinsame Kontrolle gegen die Freigabe. Unterschiedliche geeignete Kennzeichnungen sind möglich. Entscheidend ist, dass die drei Teile später in derselben Anordnung montiert werden können, in der das Faserbild geprüft wurde.

Worauf du bei deiner Antwort achtest

  • Reihenfolge und Orientierung eindeutig
  • Gemeinsame Kontrolle gegen freigegebene Ansicht

Einordnung und Kompetenzrahmen

Diese eigenen Aufgaben greifen ausgewählte berufliche Kompetenzen auf. Sie sind keine amtlichen Prüfungsaufgaben und bilden keine vollständige Prüfung ab. Die folgenden Verweise dienen der fachlichen Einordnung; beachte deinen konkreten Ausbildungsgang und Jahrgang.

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