Unterrichtseinheiten und Zeitstunden richtig vergleichen
120 Unterrichtseinheiten sind nicht automatisch 120 Zeitstunden. So rechnest du Kursangaben um und planst zusätzlich Übungen, Pausen und Prüfungsvorbereitung.
Beim Kursvergleich musst du wissen, welche Zeiteinheit der Anbieter verwendet. Eine Unterrichtseinheit kann kürzer als eine Zeitstunde sein. Außerdem besteht dein persönlicher Lernaufwand meist nicht nur aus dem Unterricht. Frage deshalb nach der Länge einer Einheit und den zusätzlich vorgesehenen Aufgaben.
Erst die Einheit klären, dann rechnen
Wenn ein Angebot eine Unterrichtseinheit mit 45 Minuten definiert, entsprechen 120 Einheiten insgesamt 5.400 Minuten, also 90 Zeitstunden. Bei sechs Einheiten an einem Tag sind das 270 Minuten beziehungsweise viereinhalb Zeitstunden Unterricht. Pausen kommen hinzu, sofern sie im Plan nicht bereits separat ausgewiesen sind.
Für das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz bestimmt § 2 Absatz 4, dass jeweils 45 Minuten einer Lehrveranstaltung als Unterrichtsstunde gelten. Das ist eine konkrete gesetzliche Definition für diesen Förderzusammenhang. Verwende sie nicht ungeprüft für jedes beliebige Angebot: Die Begriffe im tatsächlichen Kursplan müssen klar erläutert sein.
Unterricht und gesamte Anwesenheit unterscheiden
Ein Zeitplan von 9 bis 16 Uhr beschreibt zunächst sieben Stunden zwischen Beginn und Ende. Daraus folgt noch nicht, wie viel angeleiteter Unterricht stattfindet. Bitte um einen typischen Tagesplan mit Pausen, betreuter Übung, Selbstlernzeit und gegebenenfalls zusätzlichen Terminen.
Für berufsbegleitende Angebote ist die Woche entscheidend. Ein eigenes Planungsbeispiel: Zwei Abende mit jeweils vier Einheiten zu 45 Minuten ergeben sechs Zeitstunden Unterricht. Wenn du für Übungen noch vier Stunden einplanst, reservierst du insgesamt zehn Stunden Lernzeit. Die zusätzlichen vier Stunden sind in diesem Beispiel deine Planungsannahme, keine allgemeine Vorgabe für einen Kurs.
Selbstlernzeit nicht als Rest behandeln
Frage nach dem erwarteten Umfang von Vorbereitung, Hausaufgaben und Projektarbeit. Lass dir erklären, ob diese Zeit schon in der beworbenen Gesamtzahl enthalten ist. Ein Angebot mit weniger Live-Unterricht kann mehr eigenständige Arbeit verlangen und dadurch insgesamt zeitlich anspruchsvoller sein.
Für deinen Vergleich reichen zunächst vier sauber benannte Angaben: Dauer einer Einheit, Unterricht pro Woche, zusätzlicher Lernaufwand und feste Prüfungstermine. Erst danach lässt sich beurteilen, ob der Kurs in deinen Alltag passt. Bei wechselnden Arbeitszeiten hilft dir unser Planungsbeispiel für Schichtdienst. Für ein längeres Studium findest du weitere Hinweise zur berufsbegleitenden Organisation.
Passende Ratgeber und Programme
- Förderfähige Kurse finden und richtig vergleichen
- Weiterbildung im Schichtdienst realistisch planen
- Teilqualifikation: In Schritten zum Berufsabschluss
- Umschulung oder Weiterbildung: Was passt zu dir?
- Weiterbildung ab 50: Erfahrung gezielt einsetzen
- Abschlusslehrgang - berufsbegleitend - zur Vorbereitung auf die mündliche Steuerberaterprüfung beim Steuerseminar Dr. Huttegger
- E-Mail-Marketing bei der Education partners GmbH
- Entscheidungspsychologie: richtig und schnell entscheiden (Zertifizierte:r Expert:in für praktische Entscheidungspsychologie (SPIEGEL Akademie)) bei der SRH Fernhochschule
- Fachkraft Lagerlogistik - Umschulung (IHK) beim IBB - Institut für Berufliche Bildung